Höcke bei Jauch:Salonfähige Fremdenfeindlichkeit?

Höcke spaltet Deutschland

Medialer Aufschrei. Hashtag Höcke. Deutschland gespalten. Darf der das wirklich?! Diese Frage hat sich nicht nur am vergangenen Sonntag viral in den sozialen Medien verbreitet. Noch immer wird diskutiert: Darf der das wirklich?

Ich fasse noch einmal kurz zusammen, was vergangenen Sonntag um 20:15 in der ARD bei Jauch vor sich gegangen ist: Das Thema „Pöbeln, hetzen, drohen – wird der Hass gesellschaftsfähig?“ hat Moderator Günther Jauch vor dem Hintergrund der Messerattacke auf die neu gewählte Kölner Oberbürgermeisterin zum Anlass genommen, über Fremdenfeindlichkeit zu diskutieren. Diskutiert haben  Bundesjustizminister Maas von der SPD, der thüringische Fraktionsvorsitzende der AFD Björn Höcke sowie Journalistin Anja Reschke und der saarländische Ministerpräsident Klaus Bouillon von der CDU.

Was war nun passiert?

 

Der ehemalige Gymnasiallehrer und Oberstudienrat Höcke von der AFD bekommt zum ersten Mal das Wort in der Sendung und möchte ein Bekenntnis ablegen, bevor er die ihm gestellte Frage beantwortet. Kunstpause. Er holt tief Luft. „Ich bin aus einer tiefen Liebe, zu meinem Land in die Politik gegangen und aus einer großen Sorge, um die Zukunft meines Landes.“

 

Um dem Gesagten noch mehr Ausdruck zu verleihen, zückt er gekonnt das „zentrale Symbol seines Landes“ aus seiner Jacketttasche , die Deutschlandfahne, und legt sie für alle Zuschauer sichtbar über seine Armlehne. Betretenes Schweigen der anderen Gäste. Höcke will zeigen, dass es die AFD ist, „die mit der Stimme des Volkes spricht“.

 

Höcke platziert eine Deutschlandfahne auf seiner Armlehne
Diese Geste soll der Anfang eines Abends sein, an dem die AFD ihr wahres Gesicht zeigt und viele Zuschauer ungläubig zurücklässt.
Auffällig ist zunächst die pathetische Rhethorik, mit der Höcke nicht nur polarisieren, sondern spalten möchte. Er gibt vor, dass es ein „Volk“ gibt, das diese Liebe und diese Sorge um „sein Deutschland“ teilt. Die AFD inszeniert sich als Sprachrohr der schweigenden Mehrheit, als Retter vor dem Feindbild der „Altparteien“ und als Bewahrer eines Deutschlands, das „über Jahre hinweg gut funktioniert hat“. 

 

Hier stellt sich die Frage: Herr Höcke, wovor wollen sie uns denn bewahren? In welches „Chaos“ wollen uns die Altparteien hineinstürzen?

 

Natürlich hat ein Führungsmitglied der AFD darauf konkrete Antworten. Angst schürt sich durch die Etablierung von Feindbildern. Und von denen hat Höcke so einige parat.

 

Besonders deutlich wird Höcke auf seinen selbst organisierten Demonstrationen, die jeden Mittwoch in Erfurt stattfinden. Jauch zeigt über diese Demonstrationen einen Kurzfilm, um den AFD´ler Höcke mal außerhalb des TV-Studios zu erleben. Wer denkt, die Rhetorik in der Livesendung ist bereits an Pathos und Nationalismus nicht mehr zu überbieten, der irrt leider gewaltig.

Um „sein Volk“ in Erfurt zunächst einmal in Stimmung zu bringen, bedient sich Höcke dem bereits bei Pegida beliebten Slogan „Wir sind das Volk!“. Von einer kleinen Rednerbühne aus erklärt er seinen ca. 8.000 Zuhörern, wovor sie sich künftig zu fürchten haben.

„Die noch wenigen türkischen Kinder in Erfurt. die sprechen Erfurterisch. Aber die wenigen deutschen Kinder in Berlin, die sprechen Kanaksprach, liebe Freunde!“

Gut, dass Höcke seinen Thüringern diese Botschaft überbringt, wo doch der Anteil der Ausländer in Thüringen  nur 2,3% beträgt. Er untermauert diese offen rassistische Botschaft, die in keiner Hinsicht einer Überprüfung standhält, mit den Worten: „..Erfurt ist schön, (Kunstpause) schön Deutsch!“. Und dies gelte es zu bewahren, Diesen Vaterlandspathos kombiniert mit einer angstschürenden und Feindbilder kreirenden Rhetorik nutzt Höcke für seine Inszenierung als Heilsbringer. Als jemanden, der die Altparteien durchblickt hat, die „alles aufs Spiel setzen“. Als einen Bewahrer des Ist-Zustandes, weit über herkömmlich konservative Dimensionen hinaus. Das, was Björn Höcke im Namen der AFD betreibt, ist offener Rassismus und Volkshetzerei.

Aber in Berlin wird nicht nur in Kanacksprach gesprochen. Wir verlieren sogar unsere Heimat (!), denn vergessen wir nicht:“ Der Syrer, der nach Deutschland kommt, der hat noch sein Syrien. Der Afghane, der zu uns kommt, der hat noch sein Afghanistan. Und der Senegalese, der hat noch seinen Senegal. Wenn wir unser Deutschland verloren haben, dann haben wir keine Heimat mehr!“.

Nein Herr Höcke. Der Syrer hat kein Syrien mehr. Syrien ist ein Schlachtfeld, das partiell von einer Terrororganisation beherrscht wird. Nein Herr Höcke, der Afghane hat kein Afghanistan mehr, nachdem die ISAF Truppen ein Land im Chaos sich selbst überlassen haben. Und nein Herr Höcke, auch der Senegalese hat „seinen Senegal“ nicht mehr, weil die vorherrschenden Strukturen nicht einmal „staatlich“ genannt werden können.

Dass die vorherrschende Flüchtlingskrise uns vor eine gewaltige Aufgabe stellt, ist unumstritten. Jedoch sind rhetorische Brandstifter wie Björn Höcke, die einzig und allein darauf aus sind, die Nation zu spalten und längst verschollen geglaubte Feindbilder wieder hervorzuholen, das letzte was wir brauchen können.
Herr Höcke, nicht vor den Flüchtlingen sollten wir uns fürchten, sondern vor Ihnen und Ihren Unterstützern!
Wer nach dem vergangenen Wochenende noch anzweifelt, dass sich die AFD zu einer rechtspopulistischen Partei entwickelt hat, sollte sich vielleicht nächsten Mittwoch einmal zu den besorgten Bürgern auf der Demonstration in Erfurt begeben.

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2 Kommentare zu „Höcke bei Jauch:Salonfähige Fremdenfeindlichkeit?

  1. Guter erster Eintrag! Ich stimme dir zu und hoffe auf weitere Posts, die ebenso gut geschrieben sind, wie dieser! 🙂
    Liebe Grüße

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